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	<title>Medikamente &#8211; Michael Simm</title>
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	<title>Medikamente &#8211; Michael Simm</title>
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		<title>Strom öffnet Hautporen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michel2015]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 1993 09:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroporation]]></category>
		<category><![CDATA[Haut]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamente]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Langer]]></category>
		<category><![CDATA[Salben]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch kurze elektrische Impulse kann die Durchlässigkeit der Haut für Arzneimittel erheblich verbessert werden. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es am Massachusetts Institute of Technology mit dieser Methode gelungen, den Transport verschiedener Medikamente durch die Haut bis zum Zehntausendfachen zu erhöhen. Die Arbeit von Robert Langer und James Weaver ist deshalb so bedeutsam, weil die menschliche Haut [&#8230;]]]></description>
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<p>Durch kurze elektrische Impulse kann die Durchlässigkeit der Haut für Arzneimittel erheblich verbessert werden. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es am Massachusetts Institute of Technology mit dieser Methode gelungen, den Transport verschiedener Medikamente durch die Haut bis zum Zehntausendfachen zu erhöhen. Die Arbeit von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Langer">Robert Langer</a> und James Weaver ist deshalb so bedeutsam, weil die menschliche Haut gegenüber den allermeisten Substanzen eine undurchdringliche Barriere darstellt. Nur sehr wenige Arzneimittel gelangen in ausreichender Menge in die Blutbahn, wenn sie in Form von Salben aufgetragen werden.</p>



<p>Langer und Weaver benutzten sowohl menschliche Hautproben als auch lebende Ratten und fanden dabei heraus, daß die kurzen Stromschläge zur Bildung von Poren in der äußersten Hautschicht, der Epidermis, führten. Solange die angelegte Spannung weniger als 100 Volt betrug, waren die Änderungen in der Durchlässigkeit der Haut nur vorübergehender Natur. Außerdem fanden die Forscher keinerlei Anzeichen für einen Gewebeschaden</p>



<p><em>(erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 25. November 1993; gesendet im Deutschlandfunk)</em></p>



<p><strong>Quelle:</strong> Prausnitz MR, Bose VG, Langer R, Weaver JC. Electroporation of mammalian skin: a mechanism to enhance transdermal drug delivery. Proc Natl Acad Sci U S A. 1993 Nov 15;90(22):10504-8. doi: <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.90.22.10504">10.1073/pnas.90.22.10504</a>.</p>
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		<title>Am Patienten vorbei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michel2015]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 1991 14:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arzt-Patietient-Verhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[Compliance]]></category>
		<category><![CDATA[Fachchinesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamente]]></category>
		<category><![CDATA[Non-Compliance]]></category>
		<category><![CDATA[Patientenführung]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Über ein Drittel aller vom Arzt verschriebenen Medikamente werden nicht eingenommen. Von den ausbleibenden Heilerfolgen einer ärztlichen Behandlung ganz abgesehen, beläuft sich allein der wirtschaftliche Schaden in den alten Bundesländern nach einer Schätzung auf fünf bis sieben Milliarden Mark. Einige Leitlinien für das ärztliche Verhalten, mit denen dieses Problem der &#8222;Non-compliance&#8220; abgemildert werden kann, präsentierte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Über ein Drittel aller vom Arzt verschriebenen Medikamente werden nicht eingenommen. Von den ausbleibenden Heilerfolgen einer ärztlichen Behandlung ganz abgesehen, beläuft sich allein der wirtschaftliche Schaden in den alten Bundesländern nach einer Schätzung auf fünf bis sieben Milliarden Mark.</p>



<p>Einige Leitlinien für das ärztliche Verhalten, mit denen dieses Problem der &#8222;Non-compliance&#8220; abgemildert werden kann, präsentierte Privatdozent Dr. <a href="http://www.psychodermatology.info/vita.php">Uwe Gieler</a>, Oberarzt des Zentrums für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Philipps-Universität in Marburg, jetzt auf einem vielbeachteten Vortrag anläßlich der Tagung &#8222;Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie&#8220; in Davos.</p>



<p>Prinzipiell gehe es darum, so Gieler, sich mit dem Patienten gegen die Krankheit zusammenzuschließen, der Arzt dürfe nicht gegen die Krankheit operieren, ohne den Patienten zu berücksichtigen. So zeigte eine Studie bei jugendlichen Patienten, daß in der Behandlung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haarausfall#Alopecia_areata">Alopecia areata</a> die Compliance umso besser ist, je mehr der Patient davon überzeugt ist, daß er selbst den Verlauf der Krankheit beeinflussen kann. &#8222;Wenn er das als Zufall oder Schicksal ansieht, dann sind die therapeutischen Möglichkeiten natürlich schlecht. Man muß in diesem Fall erst an dem Krankheitskonzept arbeiten, bevor man zu einer gezielten topischen oder gar systemischen Therapie kommen kann.&#8220;</p>



<p>In mehreren Studien wurde eine direkte Korrelation zwischen der Compliance und dem Bildungsgrad des Patienten festgestellt. Bei Dermatosen fand man auch einen Zusammenhang mit der Intensität und der Ausbildung der Dermatose. Der Vorstellung, daß der behandelnde Arzt schon abschätzen könne, inwieweit sich der Patient an die Anweisungen hält, widersprach Gieler.</p>



<p>Auf Seiten des Arztes oder Apothekers gibt es nach Gielers Ansicht eine ganze Reihe von Maßnahmen, um die Compliance zu verbessern. Dem Verhalten des Arztes kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Kann er sich optimal auf den Patienten einstellen, wirkt sympathisch und motiviert, so wird sich dies in der Regel auch auf die Einstellung des Kranken niederschlagen. „Faktoren, die mit dem Verhalten des Patienten zu tun haben, müßen wir ebenfalls kennen. Natürlich gibt es Patienten, die hypochondrisch veranlagt sind, und deshalb nur schwer für die Therapie zu gewinnen. Es gibt solche, die große Ängste haben etwa vor einer Cortisonanwendung, oder diejenigen, die eine sehr passive Einstellung gegenüber der eigenen Gesundheit haben.&#8220;</p>



<p>Besonders wichtig, und auch vom Arzt zu beeinflussen sind diejenigen Faktoren, die mit der Art und dem Inhalt der ärztlichen Instruktionen zu tun haben. Kurioserweise glauben einige Ärzte manchmal selbst nicht, daß ihre Instruktionen auch befolgt werden. „Wir müßen natürlich auch selbst daran glauben, daß die verordneten Therapien anschlagen und nur die Behandlungsschemata anwenden, von denen wir auch wirklich überzeugt sind. Auf der anderen Seite dürfen die Erwartungen auch nicht zu hoch werden, wir müßen die Erfolgschancen realistisch einschätzen.&#8220;</p>



<p>Die Instruktionen selbst seien häufig unverständlich. „Fachausdrücke wie &#8218;prognostische Faktoren&#8216; oder &#8218;ubiquitäre Allergene&#8216; können die meisten Patienten einfach nicht verstehen obwohl sie in den &#8217;normalen&#8216; Sprachgebrauch des Arztes Eingang gefunden haben.“ Zu häufig läßt man sich nach Gielers Meinung auch dazu verführen, ein Zuviel an Informationen zu geben und den Patienten damit zu überladen. „Besser wenig kleine Informationen gezielt, als alles auf einmal“ rät der Dermatologe. Falsch sei es auch, unpräzise Informationen zu liefern, etwa dem Patienten zu raten, er solle ein Präparat solange einnehmen, wie er es selbst für nötig halte. Vermieden werden sollte der erhobene Zeigefinger („wenn Sie kein Cortison nehmen, brauchen Sie gar nicht wiederzukommen“) ebenso wie eine Verletzung des Selbstwertgefühls („andere Patienten haben es auch geschafft“).</p>



<p>Auch die Fähigkeit des Arztes, dem Patienten zuzuhören sei manchmal unterentwickelt, kritisierte Gieler. „Es ist nicht hilfreich, den Patienten mit schriftlichen Informationen vollzustopfen. Die schriftliche Information sollte ein Hilfsmittel sein, die nach der Sprechstunde nochmals konsultiert werden kann.“</p>



<p>Zusammenfassend betonte Gieler, daß eine Vielzahl von Studien erwiesen hätten, daß in punkto Compliance noch sehr viel Raum für Verbesserung sei. „Grundregeln sind: Einfache, klare Anweisungen, sympathisches Verhalten, der Versuch auf den Patienten einzugehen und das Umfeld der Erkrankung zu verstehen. Man sollte im Gespräch ein klares Ziel definieren und bei flankierenden Maßnahmen gegebenenfalls auch Bezugspersonen einzuschalten. Wenn diese Punkte ausreichend berücksichtigt werden, kann die Compliance des Patienten sicherlich deutlich verbessert werden.&#8220;</p>



<p><em>(offenbar unveröffentlichter Artikel von der Tagung &#8222;Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie&#8220; in Davos, September 1991. Besucht für die Pharmazeutische Zeitung.)</em></p>
<p><a class="a2a_button_print" href="https://www.addtoany.com/add_to/print?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Print" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_twitter" href="https://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Twitter" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_google_translate" href="https://www.addtoany.com/add_to/google_translate?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei-2%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Google Translate" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a></p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Am Patienten vorbei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michel2015]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 1991 14:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medizin & Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt-Patietient-Verhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[Compliance]]></category>
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					<description><![CDATA[Über ein Drittel aller vom Arzt verschriebenen Medikamente werden nicht eingenommen. Von den ausbleibenden Heilerfolgen einer ärztlichen Behandlung ganz abgesehen, beläuft sich allein der wirtschaftliche Schaden in den alten Bundesländern nach einer Schätzung auf fünf bis sieben Milliarden Mark. Einige Leitlinien für das ärztliche Verhalten, mit denen dieses Problem der &#8222;Non-compliance&#8220; abgemildert werden kann, präsentierte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über ein Drittel aller vom Arzt verschriebenen Medikamente werden nicht eingenommen. Von den ausbleibenden Heilerfolgen einer ärztlichen Behandlung ganz abgesehen, beläuft sich allein der wirtschaftliche Schaden in den alten Bundesländern nach einer Schätzung auf fünf bis sieben Milliarden Mark.</p>
<p>Einige Leitlinien für das ärztliche Verhalten, mit denen dieses Problem der &#8222;Non-compliance&#8220; abgemildert werden kann, präsentierte Privatdozent Dr. <a href="http://www.psychodermatology.info/vita.php">Uwe Gieler</a>, Oberarzt des Zentrums für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Philipps-Universität in Marburg, jetzt auf einem vielbeachteten Vortrag anläßlich der Tagung &#8222;Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie&#8220; in Davos.</p>
<p>Prinzipiell gehe es darum, so Gieler, sich mit dem Patienten gegen die Krankheit zusammenzuschließen, der Arzt dürfe nicht gegen die Krankheit operieren, ohne den Patienten zu berücksichtigen. So zeigte eine Studie bei jugendlichen Patienten, daß in der Behandlung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haarausfall#Alopecia_areata">Alopecia areata</a> die Compliance umso besser ist, je mehr der Patient davon überzeugt ist, daß er selbst den Verlauf der Krankheit beeinflussen kann. &#8222;Wenn er das als Zufall oder Schicksal ansieht, dann sind die therapeutischen Möglichkeiten natürlich schlecht. Man muß in diesem Fall erst an dem Krankheitskonzept arbeiten, bevor man zu einer gezielten topischen oder gar systemischen Therapie kommen kann.&#8220;</p>
<p>In mehreren Studien wurde eine direkte Korrelation zwischen der Compliance und dem Bildungsgrad des Patienten festgestellt. Bei Dermatosen fand man auch einen Zusammenhang mit der Intensität und der Ausbildung der Dermatose. Der Vorstellung, daß der behandelnde Arzt schon abschätzen könne, inwieweit sich der Patient an die Anweisungen hält, widersprach Gieler.</p>
<p>Auf Seiten des Arztes oder Apothekers gibt es nach Gielers Ansicht eine ganze Reihe von Maßnahmen, um die Compliance zu verbessern. Dem Verhalten des Arztes kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Kann er sich optimal auf den Patienten einstellen, wirkt sympathisch und motiviert, so wird sich dies in der Regel auch auf die Einstellung des Kranken niederschlagen. „Faktoren, die mit dem Verhalten des Patienten zu tun haben, müßen wir ebenfalls kennen. Natürlich gibt es Patienten, die hypochondrisch veranlagt sind, und deshalb nur schwer für die Therapie zu gewinnen. Es gibt solche, die große Ängste haben etwa vor einer Cortisonanwendung, oder diejenigen, die eine sehr passive Einstellung gegenüber der eigenen Gesundheit haben.&#8220;</p>
<p>Besonders wichtig, und auch vom Arzt zu beeinflussen sind diejenigen Faktoren, die mit der Art und dem Inhalt der ärztlichen Instruktionen zu tun haben. Kurioserweise glauben einige Ärzte manchmal selbst nicht, daß ihre Instruktionen auch befolgt werden. „Wir müßen natürlich auch selbst daran glauben, daß die verordneten Therapien anschlagen und nur die Behandlungsschemata anwenden, von denen wir auch wirklich überzeugt sind. Auf der anderen Seite dürfen die Erwartungen auch nicht zu hoch werden, wir müßen die Erfolgschancen realistisch einschätzen.&#8220;</p>
<p>Die Instruktionen selbst seien häufig unverständlich. „Fachausdrücke wie &#8218;prognostische Faktoren&#8216; oder &#8218;ubiquitäre Allergene&#8216; können die meisten Patienten einfach nicht verstehen obwohl sie in den &#8217;normalen&#8216; Sprachgebrauch des Arztes Eingang gefunden haben.“ Zu häufig läßt man sich nach Gielers Meinung auch dazu verführen, ein Zuviel an Informationen zu geben und den Patienten damit zu überladen. „Besser wenig kleine Informationen gezielt, als alles auf einmal“ rät der Dermatologe. Falsch sei es auch, unpräzise Informationen zu liefern, etwa dem Patienten zu raten, er solle ein Präparat solange einnehmen, wie er es selbst für nötig halte. Vermieden werden sollte der erhobene Zeigefinger („wenn Sie kein Cortison nehmen, brauchen Sie gar nicht wiederzukommen“) ebenso wie eine Verletzung des Selbstwertgefühls („andere Patienten haben es auch geschafft“).</p>
<p>Auch die Fähigkeit des Arztes, dem Patienten zuzuhören sei manchmal unterentwickelt, kritisierte Gieler. „Es ist nicht hilfreich, den Patienten mit schriftlichen Informationen vollzustopfen. Die schriftliche Information sollte ein Hilfsmittel sein, die nach der Sprechstunde nochmals konsultiert werden kann.“</p>
<p>Zusammenfassend betonte Gieler, daß eine Vielzahl von Studien erwiesen hätten, daß in punkto Compliance noch sehr viel Raum für Verbesserung sei. „Grundregeln sind: Einfache, klare Anweisungen, sympathisches Verhalten, der Versuch auf den Patienten einzugehen und das Umfeld der Erkrankung zu verstehen. Man sollte im Gespräch ein klares Ziel definieren und bei flankierenden Maßnahmen gegebenenfalls auch Bezugspersonen einzuschalten. Wenn diese Punkte ausreichend berücksichtigt werden, kann die Compliance des Patienten sicherlich deutlich verbessert werden.&#8220;</p>
<p><em>(offenbar unveröffentlichter Artikel von der Tagung &#8222;Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie&#8220; in Davos, September 1991. Besucht für die Pharmazeutische Zeitung.)</em><img decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7c7e18e95ccc4fd794325f79bf694143" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a class="a2a_button_print" href="https://www.addtoany.com/add_to/print?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Print" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_twitter" href="https://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Twitter" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_google_translate" href="https://www.addtoany.com/add_to/google_translate?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.michaelsimm.de%2Fam-patienten-vorbei%2F&amp;linkname=Am%20Patienten%20vorbei" title="Google Translate" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Weniger Medikamente bei Herzrhythmusstörungen</title>
		<link>http://www.michaelsimm.de/weniger-medikamente-bei-herzrhythmusstoerungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michel2015]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 1990 13:18:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antiarrhythmika]]></category>
		<category><![CDATA[Berndt Lüderitz]]></category>
		<category><![CDATA[Defibrillator]]></category>
		<category><![CDATA[Herzrhythmusstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Herzschrittmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamente]]></category>
		<category><![CDATA[Mortalität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Frage, wie dem „elektrischen Unfall“ Herzinfarkt am besten beizukommen ist, wird von Experten heftig diskutiert. Auf einer Tagung über Herzrhythmusstörungen in Königswinter bei Bonn bemühen sich Kardiologen zurzeit, die beste Behandlungsmethode zu ermitteln. Allein in der Bundesrepublik sterben jährlich etwa 360000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie der Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Bonn, Professor Berndt Lüderitz, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage, wie dem „elektrischen Unfall“ Herzinfarkt am besten beizukommen ist, wird von Experten heftig diskutiert. Auf einer Tagung über Herzrhythmusstörungen in Königswinter bei Bonn bemühen sich Kardiologen zurzeit, die beste Behandlungsmethode zu ermitteln.</p>
<p>Allein in der Bundesrepublik sterben jährlich etwa 360000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie der Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Bonn, Professor Berndt Lüderitz, erklärte, ist unter den Patienten eine zunehmende Medikamentenverdrossenheit zu beobachten. Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) sind kompliziert zu handhaben, da die Erkrankung verschiedene Ursachen haben kann. Außerdem können diese Medikamente die Erregungsleitung im Herzen an mehreren Stellen beeinflussen. In letzter Zeit seien Nebenwirkungen vermehrt beobachtet worden, sagte Lüderitz.</p>
<p>„Ein Beweis dafür, dass Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen lebensverlängernd wirken, steht bisher noch aus“, bemerkte der Mediziner. Bemerkenswert ist allerdings, dass der Herzschrittmacher seine lebensverlängernde Wirkung bereits unter Beweis gestellt hat. Wie zu erfahren war, wird das Bundesgesundheitsamt den Einsatz von Antiarrhythmika voraussichtlich gegen Ende des Jahres stark einschränken.</p>
<p>Trotzdem werden Antiarrhythmika auch weiterhin ihren Platz bei der Therapie von Herzkrankheiten haben und vor allem in Notfällen eingesetzt werden. Ziel der rund 250 Kardiologen, die sich in Bonn versammelt haben, wird es sein, den Stellenwert der verschiedenen Behandlungsformen zu ermitteln. Dieses Unternehmen wird auch vom Forschungsministerium unterstützt: Von einer großen Langzeitstudie erhofft man sich darüber Aufschluss, ob Elektroschockgeräte (Defibrillatoren) oder Medikamente besser geeignet sind, den plötzlichen Herztod zu verhindern.</p>
<p>Außer Defibrillatoren stehen den Kardiologen eine Reihe weiterer Möglichkeiten offen, Herzrhythmusstörungen ohne Medikamente zu behandeln: So wurden Herzschrittmacher entwickelt, die nicht nur auf ein Aussetzen des Herzschlages, sondern auch auf seine Beschleunigung reagieren. Auch die Lasertechnik leistet mittlerweile einen wertvollen Beitrag zur Chirurgie des Herzens.</p>
<p>Lüderitz betonte, dass trotz medizinischer Fortschritte die größten Erfolge durch eine vernünftige Lebensweise zu erzielen wären. So hat eine konsequente, teilweise auch aggressive Gesundheitsaufklärung in den Vereinigten Staaten die Zahl der Herztoten deutlich vermindert.</p>
<p><em>(erschienen in der WELT am 14. September 1990, letzte Aktualisierung 21. März 2017)</em></p>
<p><strong>Was ist daraus geworden?</strong> Im Standardwerk <a href="http://amzn.to/2o009nl">&#8222;Innere Medizin&#8220; von Gerd Herold</a> (Ausgabe 2012) stehen die Antiarrythmika zwar immer noch vor Elektrotherapie und Katheterablation sowie chirurgischen Eingriffen, allerdings wird drauf hingewiesen, dass Nutzen und Nebenwirkungen dieser Medikamentenklasse gegeneinander abgewogen werden müssten. Erneut wird hier betont, dass hinsichtlich der Sterblichkeit die Therapie mit Antiarrhythmika keinen Vorteil bringt, und dass die beiden Studien CAST und SWORD sogar eine Verschlechterung der Prognose für Postinfarktpatienten gezeigt hätten.<img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/7e4d7bb1f73040eebb89ad14030ea0d6" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Medikamente aus Schweden für die ganze Welt</title>
		<link>http://www.michaelsimm.de/medikamente-aus-schweden-fuer-die-ganze-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michel2015]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 1989 15:46:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die WELT]]></category>
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					<description><![CDATA[Schwedens Arzneimittelhersteller haben Weltruf. Die Arzneimittelexporte lagen 1988 bei 1,8 Milliarden Mark, die Zuwachsrate gegenüber 1987 erreichte 23 Prozent. Zusammen mit der Biotechnologie gehören pharmazeutische Präparate damit zu den expansivsten Teilgebieten innerhalb der Chemiebranche. Die Gewinne werden bemerkenswerterweise zum größten Teil außerhalb Schwedens erwirtschaftet. Vor allem die Bundesrepublik bildet hier einen wichtigen Markt und ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schwedens Arzneimittelhersteller haben Weltruf. Die Arzneimittelexporte lagen 1988 bei 1,8 Milliarden Mark, die Zuwachsrate gegenüber 1987 erreichte 23 Prozent. Zusammen mit der Biotechnologie gehören pharmazeutische Präparate damit zu den expansivsten Teilgebieten innerhalb der Chemiebranche. Die Gewinne werden bemerkenswerterweise zum größten Teil außerhalb Schwedens erwirtschaftet. Vor allem die Bundesrepublik bildet hier einen wichtigen Markt und ist gleichzeitig Sitz verschiedener Tochterunternehmen der Schweden.</p>
<p><a href="http://www.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2015/09/Flagge-Schweden-1-1.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-352" src="http://www.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2015/09/Flagge-Schweden-1-300x188.png" alt="Flagge Schweden" width="300" height="188" srcset="http://www.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2015/09/Flagge-Schweden-1-300x188.png 300w, http://www.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2015/09/Flagge-Schweden-1.png 640w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Eine Belegschaft von fast 7000 Angestellten macht die Astra AB mit ihren Tochtergesellschaften Draco und Hässle zum größten Pharmakonzern Skandinaviens. Die Gesamteinnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen über zwei Milliarden Mark. Dabei setzt die Astra offensichtlich stark auf Forschung und Entwicklung neuer Produkte. Jeder vierte Mitarbeiter ist auf diesem Sektor tätig, die Kosten hierfür beliefen sich 1988 auf rund 400 Millionen Mark.</p>
<p>Medikamente zur Behandlung von Herz- und Kreislaufkrankheiten (Seloken®) und gegen Atemwegserkrankungen sowie Lokalbetäubungsmittel (Xylocain®, Scandicain®) machen den größten Teil der Einkünfte des Konzerns aus, die zu 82 Prozent von außerhalb Schwedens stammen. Hauptabnehmer ist die Bundesrepublik Deutschland, gefolgt von Schweden, Japan und den USA.</p>
<p>Die in Uppsala beheimatete Pharmacia steht, was Umsatz und Zahl der Mitarbeiter angeht, nach der Astra an zweiter Stelle. 5700 Angestellte erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Mark; der Forschungsetat betrug über 300 Millionen. Hauptanteilseigner ist der Volvo-Konzern, der 29 Prozent der Aktien hält und zu 46 Prozent stimmberechtigt ist.</p>
<p>Nach dem Erwerb der Firmen Leo, Ferrosan und LKD im Jahr 1986 hat das Unternehmen jetzt eine Produktpalette, die von Therapeutika über ophthalmologische und diagnostische Erzeugnisse bis zur Biotechnologie reicht. In diesen Sektor fallen auch die Aufreinigung von Eiweißstoffen und Zellkultursysteme.</p>
<p>Eine Tochtergesellschaft der Staatsholding Procordia ist die Kabi Vitrum AB. Die Kabi gehört zu den führenden Unternehmen bei der Infusionstherapie und der klinischen Ernährung. Medikamente. die injiziert werden, bilden ebenfalls einen wichtigen Sektor der Firma. Mit rund 3600 Angestellten wurde 1988 ein Verkaufserlös von umgerechnet über einer Milliarde Mark erzielt. Rund 150 Millionen flossen in die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte.</p>
<p>Kabi vertreibt mehrere Substanzen zur Auflösung von Blutgerinnseln und zur Hemmung der Blutgerinnung. Hierher gehört der aus Bakterien gewonnene Eiweißstoff Streptokinase ebenso wie der komplexe Zucker Heparin. Bahnbrechend war die weltweit erstmalige Produktion eines menschlichen Wachstumshormons mit Hilfe der Gentechnik. Zuvor musste das Hormon aus den Hirnanhangdrüsen Verstorbener Spender gewonnen werden, wobei es in seltenen Fällen zu tödlich verlaufenen Viruserkrankungen kam. Durch die Fusion mit der 700 Mann starken Pharmazeutikfirma Pfrimmer in Erlangen avancierte der schwedische Pharmariese auch in der Bundesrepublik in den Kreis der wichtigsten Unternehmen auf dem Krankenhaussektor.</p>
<p><em>(erschienen in der WELT am 3. Oktober 1989)</em><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/52b108d48e384a84888717aa8c44560c" alt="" width="1" height="1" /></p>
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