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Ein Impfstoff braucht noch Zeit

Mit allen Tricks kämpfen die Forscher heute gegen das Aids-Virus (HIV). Ohne Übertreibung lässt sich wohl behaupten, dass noch niemals innerhalb so kurzer Zeit so viel über einen Krankheitserreger gelernt worden ist. Warum, so fragt sich die sensibilisierte Öffentlichkeit, gibt es dann aber „noch immer“ keinen Impfstoff gegen Aids?

Das AIDS-Virus unter dem Elektronenmikroskop (Von CDC/Dr. Edwin P. Ewing, Jr via Wikipedia)

Eine
ganze Reihe von Viren lassen sich in
abgetöteter oder abgeschwächter Form
direkt als Impfstoff verwenden. Sie
verpassen der Immunabwehr einen
regelrechten „Denkzettel“, indem sie
den weißen Blutzellen ihre
Bestandteile präsentieren. Da diese
Bestandteile (es handelt sich um
kurze Abschnitte der Eiweiße, aus
denen die Impfviren zusammengesetzt
sind) im Körper normalerweise nicht
vorhanden sind, werden sie als
„fremd“ erkannt und von Freß- und
Killerzellen attackiert.

Das Immunsystem „merkt“ sich diese
Begegnungen und hält sich ein Arsenal
spezialisierter Zellen auf Vorrat,
die bei einer nochmaligen Begegnung
mit den Fremdeiweißen sofort
losschlagen: Alles Fremde wird von
Macrophagen aufgefressen,
Killerzellen können die Feinde ebenso
durchlöchern wie befallene
Abwehrzellen, Antikörper hängen sich
an die Eindringlinge und machen sie
bewegungsunfähig; Bakterien können
mit Hilfe körpereigener Eiweiße (dem
Komplementsystem) gar vollständig
aufgelöst werden. Mit dieser Methode
war man gegen Masern und die
Kinderlähmung erfolgreich, die Pocken
wurden damit als bisher einzige
Krankheit offiziell ausgerottet.

Das Aids-Virus allerdings versteckt
sich genau in den Zellen, welche eine der Säulen der körpereigenen Abwehr sind: Bereits kurz nach dem Eindringen ist das Überleben des Virus direkt mit dem seines Wirtes gekoppelt. Es kommt also darauf an, möglichst schon diesen Vorgang zu verhindern. Dabei helfen die sehr genauen Vorstellungen, die man in den letzten Jahren über die Moleküle gewonnen hat, welche bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle spielen.

Um die Kopplung von Virus und Immunzelle zu verhindern, welche mit dem Eindringen von HIV endet, werden heute massenhaft sogenannte CD4-Moleküle aus gentechnischer Produktion in das Blut bereits befallener Patienten gespritzt, welche die Ankerstelle des Virus blockieren und den fatalen Erstkontakt mit der Wirtszelle verhindern.

In einem besonders raffinierten Verfahren wurden auch „molekulare Zwitter“ hergestellt, deren eine Hälfte von CD4 gebildet wird und deren andere Hälfte dem Bruchstück eines Antikörpers entspricht. Bei diesen „Immunadhäsinen“, die sich ebenfalls bereits in der Erprobung befinden, bindet der CD4-Teil an das Virus, und der freibleibende Antikörperteil lockt eine ganze Reihe von Eiweißen an, die das Virus unter günstigen Umständen zerstören können. Beide Methoden hätten den Vorteil, dass sie von dem hochvariablen Aids-Virus nicht umgangen werden könnten. Jede Veränderung nämlich, die eine Bindung von CD4 verhindert, würde gleichzeitig dem Virus den Eintritt in die Wirtszelle verwehren.

Dennoch liegt das Fernziel der Forscher natürlich darin, einen wirklichen Impfstoff zu produzieren und nicht nur das Fortschreiten der tödlichen Krankheit zu verlangsamen. Eine ganze Reihe von Viren lassen sich zwar in abgetöteter Form als Impfstoff verwenden. Bei HIV allerdings hätten einzelne Viren, welche die Neutralisation unbeschadet überstehen, fatale Folgen. Es ist also höchste Vorsicht geboten.

Prinzipiell scheint die Methode aber auch bei HIV aussichtsreich zu sein. So gelang es, Makaken vor dem Affenvirus SIV zu schützen, einem nahen Verwandten des menschlichen Aids-Virus. Eine amerikanische Forschergruppe benutzte in diesem Versuch Formalin, um gereinigte Viren zu inaktivieren. Kurz nach der Impfung wurden zehn Tiere mit einer hohen Dosis intakter Viren beimpft, von denen neun die normalerweise tödliche Infektion überlebten.

In Rotchina war man bei einem weiteren nahen Verwandten von HIV erfolgreich. Es handelt sich um ein EAV genanntes Pferdevirus, das ebenso wie das menschliche Aids-Virus der Familie der Lentiviren angehört. Die infektiöse Pferdeanämie, die vor 25 Jahren noch ein großes Problem darstellte, ist heute in China kein Thema mehr. Bemerkenswerterweise wurde die Vakzine durch Dr. R. X. Chen schon in den siebziger Jahren entwickelt, fast 15 Jahre vor der Entdeckung von HIV.

Schließlich gelang es bereits mehreren Arbeitsgruppen, jeweils einige wenige Schimpansen erfolgreich zu impfen – teilweise mit kompletten abgetöteten Viren, teils auch mit Bruchstücken von HIV aus gentechnischer Produktion oder mit einer Kombination beider Impfungen. Versuche mit dem nächsten Verwandten des Menschen sind besonders aussagekräftig, auch wenn die Experten durch die Bank vor übertriebenen Erwartungen warnen. So ist es sehr problematisch aus der geringen Zahl der Versuchstiere (Schimpansen sind eine geschützte Art, ausgesprochen teuer im Unterhalt und nur langsam nachzuzüchten) zuverlässige Aussagen abzuleiten, wie sie für klinische Versuche am Menschen Voraussetzung sind.

Die Dauer des vermittelten Impfschutzes lässt sich zur Zeit ebenso wenig ermessen wie die Anzahl (und Kosten) der nötigen Impfungen. Selbst wenn diese Fragen geklärt sind müssen erst noch eine ganze Reihe ethischer Probleme gelöst werden, die von der Produkthaftung über die Auswahl der ersten Probanden bis zur Unterscheidung zwischen HIV-Infizierten und dem geimpften Personenkreis reichen. Eine weltweite Impfkampagne ähnlich der, die zur Ausrottung der Pocken führte, bleibt jedenfalls vorerst nur ein Traum.

(In gekürzter Form erscheinen in der WELT am 30. November 1990. Letzte Aktualisierung am 12. Mai 2017)

Eine Handvoll Gene für die Ewigkeit

Wie alt kann ein Mensch eigentlich werden? Gibt es eine natürliche Grenze oder ist etwas dran an dem ketzerischen Gedanken, dass nur die Stellung einer Handvoll „genetischer Schalter“ uns von der Unsterblichkeit trennt?

Einzeller sind praktisch unsterblich; sie teilen sich munter immer weiter, es sei denn, ein „gewaltsamer“ Tod setzt ihrem Dasein ein Ende. Alle höheren Lebewesen aber mussten sich die Vorteile teuer erkaufen, die mit dem Zusammenschluss und der Spezialisierung von ehemals uniformen Einzelzellen einhergehen. Spätestens mit der „Erfindung“ der sexuellen Vermehrung wurde auch der Tod ein Teil des Lebens.

Dies zu akzeptieren fällt vielen Menschen schwer. Dass sich die Lebenserwartung seit dem Einbruch des industriellen Zeitalters auf weit über siebzig Jahre verdoppelt hat, ließ übertriebene Erwartungen aufkommen. Damit wird auch die Altersforschung interessant: Die Etats der Wissenschaftler steigen rapide an; in der amerikanischen Pharmaindustrie investieren die Forschungsabteilungen heute fast jeden zweiten Dollar in die Erkundung und Vermeidung des Phänomens Alter.

Aus den Labors kommen faszinierende Erfolgsmeldungen. Die Lebensspanne der Fruchtfliege Drosophila melanogaster etwa konnte durch züchterische Auswahl verdoppelt werden. Michael Rose von der University of California in Irvine isolierte dazu solche Tiere, die ihre Geschlechtsreife erst relativ spät im Leben erreichten und verpaarte diese miteinander. Er wollte damit die Evolutionstheorie des Alterns testen, die besagt, dass eine Beziehung zwischen dem Eintreten der Geschlechtsreife und dem Beginn des Alterungsprozesses besteht.

Der Ausgang des Experiments scheint diese Theorie zu bestätigen. Gegenüber der amerikanischen Zeitschrift „Science“ bemerkte Rose: „Es handelt sich nicht nur um eine Verlängerung der Lebensspanne, sondern um eine tatsächliche Verschiebung des Alterungsprozesses. Ihre Fähigkeit, sich zu vermehren und zu fliegen, ist im Alter verbessert. Das ist so, als ob man 120 Jahre alt wäre und immer noch ein ordentliches Tennismatch spielen könnte.“

Auch bei der Meeresschnecke Phestilla sibogae gelang es, die normale Lebenserwartung von 60 Tagen um die Hälfte zu verlängern. Die Larven der Tiere schweben normalerweise drei Tage im Wasser; dann lassen sie sich auf dem Meeresboden nieder, ernähren sich von Korallen und entwickeln sich zu erwachsenen Tieren. Als Michael Hadfield von der Universität Hawaii die Tiere dazu zwang, einen Monat lang umher zu schwimmen, bevor er ihnen den begehrten Ruheplatz freigab, wurde hier ebenfalls die biologische Uhr angehalten – für einen Monat.

Seit langem schon bekannt ist die Tatsache, dass Zellen offensichtlich von Geburt an für eine bestimmte Anzahl von Teilungen „programmiert“ sind. Bindegewebszellen (Fibroblasten) aus einem menschlichen Embryo etwa machen in der Zellkultur ziemlich exakt 50 Teilungen durch, wobei der Zeitraum zwischen zwei Teilungen gegen Ende hin zunimmt. Schließlich sterben die Zellen ab. Entnimmt man die Fibroblasten aber einem achtzigjährigen, so wird man nur noch rund dreißig Teilungen beobachten können.

Friert man Zellen, die schon eine gewisse Anzahl von Teilungen hinter sich haben, in flüssigem Stickstoff ein und taut sie anschließend wieder auf, so laufen die verbleibenden Zellteilungen ab, als wäre nichts geschehen. Entscheidend ist also das biologische Alter, und nicht die tatsächlich verstrichene Zeit. Diese Experimente deuten auf ein „Uhrwerk“ hin, welches die Lebenszeit einer Zelle bemisst und als dessen Zeitgeber der Zellzyklus vermutet wird.

Gerät dieses Uhrwerk durcheinander, kann eine Zelllinie unsterblich werden, auch ohne dass sie sich in eine Krebszelle verwandelt. In den Laboratorien der Welt sind solche „immortalisierten Zelllinien“ längst zum unentbehrlichen Werkzeug der Wissenschaftler geworden.

Äußere Einflüsse können aber auch das Altern beschleunigen. In der Filmversion von Philip K. Dick’s Roman „Blade Runner“ etwa leidet einer der Darsteller an dem Werner-Syndrom, einer Krankheit, die leider mit Science-Fiction nichts zu tun hat. Zellen solcher Menschen altern vorzeitig; die meisten Patienten sterben schon vor ihrem fünfzigsten Lebensjahr. Ein Hoffnungsschimmer für die Betroffenen liegt darin, dass in der letzten Zeit eine ganze Reihe von biologischen Botenstoffen erkannt wurden, die man dank gentechnischer Methoden relativ preiswert und in größeren Mengen herstellen kann.

Einer dieser Botenstoffe, der, Epidermis-Wachstumsfaktor (EGF) kann zum Beispiel im Reagenzglas das Leben von Fibroblasten ganz entscheidend verlängern. Etwa 150 statt der normalen 50 Teilungen werden beobachtet, wenn EGF dem Nährmedium der Zellen zugeführt wird.

Auch dem menschlichen Wachstumshormon, das derzeit in Deutschland nur für die Behandlung bestimmter Formen des Zwergwuchses eingesetzt wird, sagen manche Experten eine große Zukunft voraus. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Substanz bei älteren Menschen zu einem Abbau von Fett und einem Zuwachs an Muskeln geführt hat. Kritiker warnen allerdings davor, diesen Stoff allzu leichtfertig einzusetzen.

Dennoch: Die Vorstellung, es gäbe bestimmte Substanzen, welche das Altern der Zellen beeinflussen, ist inzwischen gut belegt. Außer den bereits erwähnten Botenstoffen, welche den Alterungsprozess zu verzögern scheinen, gibt es offensichtlich auch Eiweiße, die eine Zelle alt machen. Verschmilzt man einen jungen, aktiven Fibroblasten mit einer Zelle, die ihre Teilungsfähigkeit bereits eingestellt hat, so wird die Vermehrung der Erbsubstanz auch in dem Zellkern gestoppt, der von dem jungen Fibroblasten stammt. Die alte Zelle enthält also mindestens eine Substanz, welche die Zellteilung blockieren kann. Alle Bemühungen, das mutmaßliche Eiweiß von der Menge der anderen Substanzen in einer Zelle abzutrennen, sind bisher gescheitert.

Mittlerweile wurden auch regelrechte „Schalter“ gefunden, deren Stellung einen deutlichen Einfluss auf die Lebensspanne haben. Die Rede ist von Signalen, die Teil unserer Erbsubstanz sind. Diese Signale sind oft äußerst kompliziert aufgebaut und bestimmen über Art und Menge der Stoffe, die von einer Zelle im Laufe ihres Daseins produziert werden. Am Biozentrum in Basel gelang es der Arbeitsgruppe um Walter Gehring kürzlich, durch die gezielte Änderung eines solchen Signals das Leben von Fliegen um bis zu 40 Prozent zu verlängern, einfach indem Elongationsfaktor in größerer Menge produziert wurde.  Dieses Eiweiß spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Erbinformation in biologisch aktive Substanzen.

Trotz großer Mühen sind die erstaunlichen Resultate der Altersforschung bisher nur vereinzelte Mosaiksteinchen in einem Bild von gewaltiger Komplexität. Noch immer sind die Wissenschaftler weit davon entfernt, die Vorgänge zu durchschauen, die uns altern lassen. Typisch scheint der Seufzer des kalifornischen Gerontologen Edward Schneider: „Wenn wir schon Krebs für kompliziert gehalten haben, was sollen wir dann erst über das Altern sagen?“

(erschienen in der WELT am 17. November 1990. Letzte Aktualisierung am 12. Mai 2017)

Zwangsarbeit in der Forschung

Zu 1750 Stunden unbezahlter Forschungsarbeit wurde Syed Zaki Salahuddin verurteilt. Der Wissenschaftler hatte bis vor kurzem noch im Labor des Amerikaners Robert Gallo an der Aufklärung der Immunschwäche Aids gearbeitet. Richter John Hargrove befand ihn jetzt für schuldig, öffentliche Forschungsgelder missbraucht zu haben. Nun muss Salahuddin 12.000 Dollar Geldstrafe zahlen und während der nächsten vier Jahre unentgeltlich sämtliche freien Samstage opfern, um nach den Ursachen des rätselhaften Yuppie-Syndroms zu forschen. Einer der Ankläger meinte dazu: „Ich halte es für eine gute Idee, Salahuddins wissenschaftliche Fähigkeiten auszunutzen.“ In ähnlichen Fällen waren Wissenschaftler zu EDV-Arbeiten verurteilt worden. Über den Erreger der Yuppie-Krankheit, die durch dauerhafte Müdigkeit gekennzeichnet ist, gibt es derzeit nur Spekulationen. Vermutlich handelt es sich dabei um ein Virus.

(erschienen in der WELT am 14. November 1990. Letzte Aktualisierung am 10. Mai 2017)

Weitere Infos zum Fall Salahuddin fand ich in der New York Times.

Umweltmessnetz für die Meere

Norwegen mit seiner wild zerklüfteten Küstenlinie und den tief eingeschnittenen Fjorden ist stark vom Einfluss des Nordatlantik geprägt. Die großen Anstrengungen, die hier unternommen werden, um diesen Lebensraum zu erforschen und zu überwachen erscheinen unter diesem Blickwinkel gut verständlich.

Norwegische Unternehmen sind deshalb auch maßgeblich an einem Forschungsprojekt der EG beteiligt, welches sich hinter dem Namen Euromar verbirgt. Die Abkürzung steht für die „Entwicklung moderner Technologien zur Erforschung ökologischer Kausalzusammenhänge in den europäischen Meeren“. Ziel ist vor allem die Entwicklung eines Umweltmessnetzes für die Meere rund um Europa.

Die in Trendheim ansässige Firma Oceanor betreibt bereits ein dichtes Netz aus verankerten und frei treibenden Messbojen, das vor allem dem Schutz der Aquakulturen dient. Bekanntlich bezieht Norwegen einen nicht geringen Teil seiner Einkünfte aus dem Fischfang und den Lachsen, die in schwimmenden Netzkäfiganlagen gehalten werden.

Bei Oceanor verweist man darauf, dass die derzeitigen Überwachungsmethoden für marine Umgebungen den strengen Qualitätsanforderungen der Wissenschaft nicht genügen. Bei Umweltkatastrophen wie der Algenblüte im Frühjahr 1988 oder Tankerunfällen müssen Informationen über die Wasserqualität sofort parat sein. Auch Umweltschutzgesetze müssen sich auf verlässliche Zahlen stützen können, sei es um wirtschaftlich aufwendige Maßnahmen begründen zu können, sei es wegen der „Umweltkriminellen“ die nur in den seltensten Fällen überführt werden können.

Voraussetzung für die Erfüllung all dieser Wünsche sind zunächst einmal Messgeräte, die den rauhen Bedingungen auf See widerstehen können. Da die Sensoren viele Jahre hindurcharbeiten sollen, müssen sie der ständigen Bewegung ebenso trotzen können wie den wuchsfreudigen Muscheln und Algen.

Sind diese Grundvoraussetzungen gegeben, so können Nährstoffe ebenso erfasst werden wie der Schwermetallgehalt, Temperatur ebenso wie Strömungsgeschwindigkeit und viele andere Messgrößen. Dieses „Mermaid-Programm“, wird vom Forschungszentrum Geesthacht bei Hamburg (GKSS) koordiniert.

Ein weiteres Projekt von Euromar (Opmod) besteht darin, die Übertragung der gesammelten Daten – via Funk und Satellit – zu sichern und Methoden zu entwickeln, mit denen die Zahlenflut bestmöglich ausgewertet werden kann. Über Telefon sollen die Daten dann abzufragen sein. Außer Norwegen sind auch Finnland, Frankreich, Deutschland, Schweden und Portugal beteiligt.

Bei Oceanor ist man optimistisch, Verteidigungsministerien, die Fisch- und Ölindustrie sowie öffentliche Behörden als Käufer gewinnen zu können, wenn Opmod im nächsten Jahr einsatzbereit ist.

(erschienen in der WELT am 13. November 1990. Letzte Aktualisierung am 8. Mai 2017)

Was ist daraus geworden? Gar nicht so einfach, den Erfolg dieser Projekte nachzuverfolgen, geschweige denn zu bewerten. Ich fand dazu fast keine Unterlagen im (frei zugänglichen Teil des) Internet. Oceanor wurde von einer größeren Firma geschluckt, baut aber weiter Messbojen. Das Forschungszentrum Geesthacht hat sich umbenannt (auch so eine Unsitte deutscher Forschungseinrichtungen), und das Wörtchen „Euromar“ klingt so gut, dass es gleich von einer handvoll verschiedener Firmen und Projekte reklamiert wird, die mit dem hier erwähnten aber nichts zu tun haben 🙁

Müll vermeiden mit Carlo dem Regenwurm

In Merdingen im baden-württembergischen Breisgau produzieren die Bürger nur halb so viel Müll wie in anderen Teilen Deutschlands. Dies ist das Verdienst des Förderkreises Aktion Lebensraum und von – Regenwürmern. Ulrich Schäfer, Initiator des Förderkreises und Leiter der Grund- und Hauptschule Merdingen, gehört zu den 12 deutschen Preisträgern, die im Rahmen des europäischen Umweltpreises gestern in Bonn ausgezeichnet wurden. Belohnt wurden Initiativen von Einzelpersonen und Gruppen, die sich um die „Bewahrung unseres kulturellen Erbes“ verdient gemacht haben.

Schäfer demonstrierte mit seinen Schülern auf einprägsame Weise, wie mit persönlichem Engagement und pfiffigen Ideen unserer Umwelt wirksam geholfen werden kann. In Holzkästen, welche mit Erde gefüllt waren, siedelten die Schüler Regenwürmer an, der in der Schule anfallende Müll wurde obendrauf gekippt. Von Zeit zu Zeit wurden die Tiere durch ein „Guckfenster“ bei ihrer Arbeit beobachtet. Dabei konnten die Schüler feststellen, dass bestimmte Stoffe wie Apfelbutzen und Brotreste bald verschwunden waren, während sich Filzstifte, Aluminiumfolien und andere Abfälle ansammelten.

„Carlo der Regenwurm“ zeigte den Kindern und Jugendlichen die Unterschiede zwischen biologisch abbaubaren Abfällen und den umweltbelastenden Kunststoff- und Metallabfällen. Gleichzeitig lösten Carlo und seine Artgenossen – die übrigens auch bei der Preisverleihung anwesend waren – eine Kettenreaktion aus, die niemand so recht vorhergesehen hatte. Die Eltern sahen sich mit einem äußerst geschärften Umweltbewusstsein der Kinder konfrontiert und waren gezwungen, die Einwände der Sprösslinge („Mama, das mag Carlo nicht“) beim Einkauf zu berücksichtigen.

Der Einzelhandel in dem Ort musste auf die veränderte Nachfrage reagieren; heute werden ein Drittel weniger Getränke in Wegwerfpackungen verkauft. Die Schaffung dieser „müllfreien Schule“ wurde mit 2000 Mark belohnt. Insgesamt vergab die Ford Foundation in diesem Jahr für Deutschland 41.000, europaweit rund 375.000 Mark.

Als deutsches Umweltschutzprojekt 1990 wählte die Jury das „Öko-Modell Allgäu“ unter 120 qualifizierten Bewerbungen aus. Kaspar Weber, Vorsitzender der Wald- und Weidengenossenschaft Hinterstein, nahm den Preis im Trachtenanzug entgegen. Der Kleinbauer hatte in mühevoller Arbeit und mit langem Atem mehr als zwei Drittel der Landwirte in seiner Heimat davon überzeugt, auf Kunstdünger und Pflanzengifte in ihren Betrieben zu verzichten. So finden sich auf den Hindelanger Wiesen am Jochpass auch noch Blumen, Kräuter und Gräser in einzigartiger Vielfalt. Die bergige Landschaft ist von Bächen durchzogen und bietet Lebensraum für allerlei Insekten, Vögel und Reptilien. In den Mooren finden sich Morgentau und Orchideen.

Erschwert wurde Webers Kampf durch den Umstand, dass der Verzicht auf Massenviehhaltung, schwere Landmaschinen und spezialisierte Bewirtschaftung zwar die Qualität der Erzeugnisse verbessert, nicht aber die damit verbundenen Erlöse. Kurzfristig musste daher im chemiefreien Hindelang ein finanzieller Ausgleich für die Bauern geschaffen werden, was aus einem Förderprogramm der EG möglich war.

Unter den vielen bemerkenswerten Initiativen erhielt der Polizeischutz für Fledermäuse den diesjährigen Sonderpreis. Obwohl Fledermäuse seit 54 Jahren in Deutschland gesetzlich geschützt sind, werden immer wieder Brutplätze der Kleinsäuger vernichtet. In Koblenz wurde die Naturschutzbehörde ausdrücklich auf die Gefährdung bestehender Nistplätze in den Rheinanlagen und vor dem Koblenzer Schloss hingewiesen, dennoch wollte man „baumchirurgische Maßnahmen“ ergreifen. Diese hätten nicht nur den Pilzbefall der Bäume beseitigt, sondern auch die letzte Zuflucht des Abendseglers. Obwohl die Aktion in letzter Sekunde durch die Koblenzer Polizei gestoppt werden konnte, ist es doch ein trauriges Zeichen, wenn hierzulande ein Umweltschutzpreis für den Kampf gegen eine Naturschutzbehörde verliehen werden muss.

(erschienen in der WELT am 13. November 1990. Letzte Aktualisierung am 8. Mai 2017)

Was ist daraus geworden? Nostalgisch könnte man werden, wenn man darauf schaut, wie vor bald 30 Jahren umweltfreundliches Handeln und Denken belohnt wurde, ohne dabei sogleich ideologische Grabenkämpfe auszulösen. Natürlich gibt es auch heute einen „Europäischen Umweltpreis“, der allerdings an Unternehmen für ihre Innovationen verliehen wird. Die Ford Foundation hat sich offenbar als Sponsor derartiger Events verabschiedet, aber immerhin: In Hindelang ist alles grün, und man verweist gerne auf das „seit über zwei Jahrzehnten konsequent verfolgte“ Ökomodell.

Kommentar: Klare Sprache

Der Wille, Andere anzuhören, ist Grundlage für gerechte Entscheidungen – nicht nur in der Politik. Offensichtlich war die Mehrheit der politisch Verantwortlichen in Genf aber nicht bereit, den Ratschlägen der weltbesten Klimaforscher die gebotene Aufmerksamkeit zu schenken.

Über die Klimapolitik habe ich mich damals schon geärgert, aber das Vertrauen des Chefredakteurs Manfred Schell hat mich sehr gefreut: Mein erster Kommentar bei der WELT nach nur zwei Monaten als Redakteur im Wissenschaftsressort.

Namentlich die Hauptproduzenten des Treibhausgases Kohlendioxid – die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion – wollen sich aus der Verantwortung stehlen und ziehen sich auf angebliche Unsicherheiten in den Prognosen der Wissenschaftler zurück. Andere, wie die britische Premierministerin Margaret Thatcher, formulieren wohlklingende Erklärungen, um ihre Bremserrolle auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu kaschieren. Da nützt es wenig, wenn Deutschland, Frankreich oder die kleine Schweiz drastische Maßnahmen beschließen, um ihrer Verantwortung für das Weltklima gerecht zu werden.

Seit Mai dieses Jahres liegt die Bilanz der führenden Klimaexperten vor. 170 Fachleute aus 25 Ländern haben eine Zusammenfassung des heutigen Standes der Klimaforschung vorgelegt, kondensiert auf 25 Seiten, geschrieben in verständlicher und klarer Sprache. Niemand behauptet, alle Fragen beantworten zu können, doch sind die Empfehlungen eindeutig:

Gehandelt werden muss jetzt, denn die 20 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, welche jährlich buchstäblich verheizt werden, haben im Zusammenspiel mit FCKW, Methan und anderen Gasen die Zusammensetzung der Erdatmosphäre schon stärker verändert, als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit.

In Genf saßen Wissenschaft und Politik zwar am gleichen Tisch – aber nicht zur gleichen Zeit. Wenn dieses Beispiel Schule macht, sollte man auf derartige Konferenzen lieber verzichten: Durch die reduzierte Reisetätigkeit tausender Politiker, Forscher und Medienvertreter würde weniger CO2 produziert, man hätte dann einen konkreten Schritt gegen die globale Erwärmung getan.

(Erschienen in der WELT am 8. November 1990)

Klimapolitik: Die Macher und die Bremser

Gestern ging in Genf die zweite Weltklimakonferenz zu Ende, inmitten vollmundiger Erklärungen, aber ohne dass konkrete Maßnahmen beschlossen wurden. Nach Meinung der Wissenschaftler würde selbst eine sofortige Reduktion des freigesetzten Kohlendioxids um 60 Prozent die bereits stattfindende Erwärmung unserer Erde erst in der Mitte des nächsten Jahrhunderts stoppen können. Derartig drastische Einschnitte in die Energiewirtschaft werden selbst von Optimisten nicht für möglich gehalten.

Es lohnt sich daher zu betrachten, welche Maßnahmen ins Auge gefasst werden, um dieser Herausforderung zu begegnen. Bedauerlicherweise waren die Haupterzeugerländer USA und Sowjetunion nicht von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich jetzt schon auf verbindliche CO2-Reduktionen festzulegen. In der UdSSR trifft man sogar noch vereinzelt auf die Meinung, das riesige Land könne bei den zu erwartenden globalen Klimaänderungen als der Gewinner dastehen. Die Permafrostböden Sibiriens so hofft man, könnten sich dann in fruchtbares Ackerland verwandeln.

Das Energiesystem des Landes ist noch immer durch niedrige Effizienz und hohen Pro-Kopf-Verbrauch gekennzeichnet, sodass Einsparungen um 50 Prozent theoretisch möglich wären. Die katastrophale wirtschaftliche Lage allerdings wird den Sowjets keinen Spielraum für diese Bemühungen erlauben.

Auch die USA verweisen auf ihre schlechte Wirtschaftslage. Eine mächtige Lobby versucht – ähnlich wie in Japan – jegliche Belastung der Industrie zu verhindern und verweist auf die angeblich unzuverlässigen Aussagen der Experten. Das Ansinnen, den Verbrauch fossiler Brennstoffe einzuschränken fällt hier auf wenig fruchtbaren Boden, da gerade das Luftreinhaltungsgesetz verschärft wurde. Der Preis für den „Clean Air Act“ wird mit jährlich 25 bis 35 Milliarden Dollar veranschlagt.

Im Kreise derer, die sich vor der Weltklimakonferenz für ein sofortiges Handeln aussprachen, fehlte auch nicht die britische Premierministerin Margaret Thatcher. Die First Lady muss sich allerdings an ihren bisherigen Taten messen lassen und hat auf dem Gebiet des Umweltschutzes wenig vorzuweisen. Ein „White Paper“ genanntes Dokument, das Ende September vorgestellt wurde, um das umweltpolitische Konzept der Regierung zu erläutern, stieß auf heftige Kritik von Umweltschützern und Parteien.

Bremserrolle beim Klimaschutz: Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, hier bei einem Truppenbesuch auf den Bermudas (Von White House Photo Office via Wikipedia)

Bereits vorhandene Programme werden zusammengefasst; in jedem Regierungsressort, so wird versprochen, soll ein Minister designiert werden, der für die Umsetzung dieser Programme geradesteht. Die Einführung einer Steuer auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe wird „für die nächsten Jahre“ ausgeschlossen.

Als die Umweltminister der EG am 29. September in Luxembourg beschlossen, die CO2-Emissionen der Gemeinschaft bis zum Jahr 2000 auf dem gegenwärtigen Stand einzufrieren, behielt sich Großbritannien das Recht vor, diesen Schritt erst zu einem späteren Zeitpunkt zu vollziehen und reihte sich damit zwischen die „weniger entwickelten“ Länder der EG Spanien, Portugal, Griechenland und Irland ein.

Doch es gibt auch vereinzelte Lichtblicke zu vermelden: Der französische Umweltminister Brice Lalonde erklärte bereits Mitte September in einem Memorandum an Präsidium und Kommission der EG, dass die „Grande Nation“ ihren jährlichen Pro-Kopf-Ausstoß innerhalb eines Vierteljahrhunderts von 2,3 auf 2 Tonnen CO2 reduzieren werde. Vollmundig verkündete Ministerpräsident Michel Rocard in Genf: „Unsere Aufgabe ist nichts anderes als die Rettung unseres Planeten“. So gesehen erscheint die kürzlich beschlossene Verdopplung des Budgets für das Umweltministerium als angemessene Maßnahme, auch wenn Frankreich weltweit nur 1,8 Prozent der Treibhausgase emittiert.

Im letzten Jahrzehnt wurde die Abhängigkeit von der Kohle um 40 Prozent verringert und die Nutzung der Kernenergie konsequent vorangetrieben. Industrieminister Faroux will deren Anteil an der Energieerzeugung jedoch nicht weiter steigern, stattdessen soll ein Programm zur Entwicklung alternativer Energien und zum Energiesparen revitalisiert werden, das in den Schubladen der Bürokraten seinen Dornröschenschlaf hielt. Außerdem ist geplant, zusätzliche Gelder in die Entwicklung „sauberer“ Autos zu stecken, die vier Zehntel des „französischen“ Kohlendioxids freisetzten.

Besonders sauber wollen auch die Schweizer sein. Die Regierung hat sich in der letzten Woche grundsätzlich für eine Kohlendioxid-Steuer entschieden. Erwartet wird eine Erhöhung des Benzinpreises um 15 Prozent, Heizöl soll 23 Prozent teurer werden.

(erschienen in der WELT am 8. November 1990. Letzte Aktualisierung am 7. Mai 2017)

Was ist daraus geworden? Im Rückblick muss man leider feststellen, dass die Klimapolitiker insgesamt in drei Jahrzehnten kaum einen nennenswerten Beitrag geleistet haben, um die angekündigte Katastrophe abzuwenden. Bemerkenswert scheint mir auch, dass die Forscher in ihren Vorhersagen weitestgehend richtig lagen, sowohl was die Erwärmung angeht, als auch den steigenden Meeresspiegel und die Zunahme von „Extremereignissen“. Demgegenüber stehen Nationen wie die USA, Russland, oder auch Australien, die mit ihren 180-Gradwendungen die hiesigen Anstrengungen über den Haufen schmeissen, aber auch Umweltfanatiker, die glauben mit ihren Ideologien die Marktwirtschaft außer Kraft setzen zu können.

Berichte der Enquete-Kommission Erdatmosphäre

Drei Drucksachen des Deutschen Bundestages sind die Grundlage für die Darstellung der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. In insgesamt vier Bänden werden die Ergebnisse der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ dargelegt. Von der Zerstörung der Ozonschicht über den Schutz der Tropenländer bis zu globalen Klimaveränderungen reicht die Thematik. Zahlreiche Abbildungen begleiten den klar und verständlich gehaltenen Text, dem eine weite Verbreitung auch in öffentlichen Bibliotheken zu wünschen wäre.

Schutz der Erdatmosphäre“, 640 S., 48 Mark; „Schutz der Tropenwälder“, 983 S.,58 Mark; „Schutz der Erde“ (zwei Bände, ab Januar im Handel), ca, 1600 S., 98 Mark. Economica Verlag/Verlag C. F. Müller.

(erschienen in der WELT  am 8. November 1990. Aktualisiert am 7. Mai 2017)

P.S.: Habe leider nur zwei der drei Drucksachen zum Download gefunden: Schutz der Erdatmosphäre, und Schutz der Erde

Buchbesprechung: Der Treibhauseffekt

Zum Treibhauseffekt wurden mittlerweile Tausende von Untersuchungen vorgenommen; entsprechend viele Fachartikel, Zusammenfassungen und Empfehlungen verwirren den interessierten Laien. Da tut es gut, eine Schilderung der Problematik aus erster Hand zu bekommen. Christian Schönwiese, Mitglied der Enquete-Kommission zum Schutz der Erdatmosphäre, trennt zusammen mit dem Physiker Dr. Bernd Diekmann menschengemachte von natürlichen Klimaänderungen, unterscheidet Fakten von Spekulationen und gelangt so zu Schlussfolgerungen, die zu ignorieren wir uns nicht länger leisten sollten.

Der Treibhauseffekt“ – Der Mensch ändert das Klima. Rowohlt Verlag. 220 S., 8,80 Mark.

(erschienen in der WELT am 8. November 1990. Aktualisiert am 7.Mai 2017)

Software-Test Turbo-Anti-Virus

Computer-Viren sind kleine Programme, die sich selbständig an andere Dateien anhängen. So getarnt können sie Daten zerstören und die Leistung des PCs vermindern. Ein vollständiger Schutz vor den heimtückischen „Erregern“ wird wohl niemals möglich sein, doch verleiht das Programm Turbo-Anti-Virus ein Höchstmaß an Sicherheit.

Schon vor der Installation wird der Arbeitsspeicher überprüft, dann auf Wunsch veranlasst, dass bei jedem Anschalten des Computers die wichtigsten Speicherbereiche auf Viren durchsucht und gegebenenfalls gereinigt werden. Weitere Wächterprogramme lassen sich automatisch in den Arbeitsspeicher (RAM) laden und schlagen dann Alarm, wenn während der Arbeit verdächtige Aktivitäten festgestellt werden.

Das Hauptprogramm schließlich präsentiert sich mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche samt Pull-Down Menüs und erkennt in der getesteten Version 187 Viren. Der Prüfbereich kann frei definiert werden, auf Wunsch wird ein Bericht erstellt, an dem sich das Ausmaß der Verseuchung und die Zahl der gefangenen Viren ablesen lässt. Besonders wertvolle Dateien können in einer Prüfliste zusammengestellt werden, so dass jede Veränderung sofort angezeigt wird. Das deutschsprachige Handbuch ist kurz gehalten, aber ausreichend.

Richtig spannend ist die Übersicht der verschiedenen Viren, in der hunderte von Gemeinheiten und Programmierkniffs aufgezählt werden. Nicht nur Freitag der Dreizehnte, auch Dienstag der Erste kann demnach gefährlich sein, ebenso wie Oropax-, MachoSoft- und Data Crime Virus, um nur einige zu nennen. Für den Einsatz auf PCs mit häufig wechselndem Diskettenverkehr ist diese Software daher uneingeschränkt zu empfehlen.

„Turbo-Anti-Virus“ von EPG, Hans-Stießberger-Str. 3, 8013 Haar. Für IBM-PC und kompatible, 299 Mark. Die Firma EPG hat sich 1998 vom Anti-Virus-markt zurückgezogen.

(erschienen in der WELT am 2. November 1990. Aktualisiert am 1. Mai 2017)